Lass Dich nicht verarschen! – Machtsicherung durch Spaltung

Besinnen wir uns auf das Einfachste

Seit Anbeginn der Menschheit gibt es zwischen den Menschen eigentlich nur einen einzigen großen, die gesamte Zivilisation beherrschenden Konflikt. Den Konflikt um Macht und Besitz. Den Konflikt zwischen denen, die HABEN und denen, die NICHT HABEN. Besitz bedeutet Wohlstand und Macht.

Da sind auf der einen Seite die, die etwas besitzen. Sie wollen nichts oder möglichst wenig davon abgeben, und sie streben danach, noch mehr zu besitzen. Und da sind andererseits die, die wenig oder nichts besitzen, und etwas haben wollen. Das folglich müssten sie denen, die etwas haben, auf irgend eine Art wegnehmen oder zumindest vorenthalten.

Hieraus entsteht der einzige Konflikt, der die Menschheit beherrscht.

Die wohl älteste und elementarste Methode der „Besitzenden“, ihre Macht zu sichern und ihren Reichtum zu verteidigen. ist ihre Gegner zu spalten, sie gegeneinander auszuspielen, damit sie abgelenkt sind und sich untereinander bekämpfen. Ist Euch mal aufgefallen: Seit je her kommen die Menschen nicht dazu, gegen ihre eigentlichen Probleme anzukämpfen, weil sie es ständig mit anderen „Gefahren“ zu tun haben. Um das Volk ruhig zu stellen bzw. abzulenken, bekommt es immer einen vermeintlichen Feind vorgesetzt, der an allem Schuld – und zu bekämpfen ist.

Im Mittelalter wurde das Volk in Gläubige und Ungläubige gespalten. Da wurde lieber die Hexe angezündet, anstatt sich mal den Bischof vorzunehmen. Später dann waren es „Arier“ und „Untermenschen“. Dann mussten sich die Leute täglich vor Juden schützen, dann waren es Russen, Kommunisten, danach Türken, irgendwann Schwule. Dann kam das Volk lange nicht dahinter, wie es insgesamt verarscht wird, weil ja jeweils Ossis bzw. Wessis an allem Schuld waren. Noch heute lassen sich ungehorsame und vorlaute Ossis wunderbar damit ablenken, in denen man ihnen sagt, sie sollten sich doch erstmal mit der Geschichte beschäftigen, bevor sie ganz und gar einen menschenwürdigen Arbeitslohn verlangen.

Heute sind es sogenannte Extremisten, vor denen wir uns rechts wie linksseits fürchten, schützen und unbedingt distanzieren müssen. Selbst die Rechten und die Linken werden jeweils nochmal in „Radikale“ und „Gemäßigte“ unterteilt, damit auch die sich unter einander nochmal mit sich selbst beschäftigen. (was ja insbesondere bei den Linken immer wieder hervorragend klappt, dann schaffen die s nicht mal, gegen die Rechten zu sein). Und dann müssen wir uns auch noch mit den ganzen Ausländern beschäftigen, die hier her kommen, um unsere Arbeitsplätze zu besetzen und Bomben bauen wollen, und dann auch noch mit den ganz besonders schlimmen Ausländern, die sich da mal 40 Jahre geweigert hatten, überhaupt „herzukommen“. Nur Feinde überall!! Und dann kommen auch noch die parasitären Rentner, die arbeitscheuen und verwöhnten Jugendlichen, die Assis vom Hartz4, Millionen Kinderschänder, die faulen Beamten, die dummen Polizisten, Bayern-Fans, Radfahrer…. Und und und und.

Und wenn wir mit denen allen fertig sind, dann gehen wir schön brav wieder an unseren Arbeitsplatz, wo wir in 45-Stundenwoche für 3,50€ die Stunde für den Ausgleich unseres Dispos arbeiten und wirklich keine Zeit und keinen Kopf haben, zu überlegen, wer daran wohl schuld ist.

In diesem Sinne

Lass dich nicht verarschen! ;o)

Die totale Öffentlichkeit

Alle reden vom Datenschutz. Ich persönlich halte „Datenschutz“ für ein Gerücht, eine Legende. Es gibt nur eine Person, die meine Daten zuverlässig schützen könnte. Und das bin ich.

Aber das widerum tue ich ja nicht. Im Gegenteil. Ich werfe mit meinen Daten nur so um mich, und das den ganzen Tag. Ich bin komplett vertwittert, verfacebookt, verwer-kennt-wen`t und verVZtet. In allen möglichen Foren steht über meine politische Gesinnung, meine Ischiasbeschwerden, Depressionen, meine sexuellen Neigungen oder meine Punktesammlung in Flensburg zu lesen, und die FKK-Strandbilder meiner 2- und 3jährigen Kinder sind für jeden potentiellen Pädophilen frei im Internet abrufbar. Wo genau, weiss ich freilich nicht, weil sie ja jeder Blödmann beliebig per rechte Maustaste kopieren, abspeichern, tauschen und in die schlüpfrigsten Nischenportale wieder einstellen kann.

Mal ganz ehrlich! Meine Oma ist noch an den Wohnzimmerschrank gegangen und hat das alte Fotoalbum rausgekramt, um uns an Geburtstagen unsere verstaubten Kinderfotos zu präsentieren. Meine Enkel werden eines Tages die Babybilder Ihrer Mutter vielleicht unter „Kinderpornografie“ oder „verbotene 5jährige“" ergooglen können. Wie romantisch!
Aber darüber machen wir uns ja noch lange keine Gedanken, wenn wir allen Onlinespielen und Lotto-Websites unsere Adressen und Kontonummern schenken oder abends beim Gläschen Wein vorm Chat sitzen und unserem Exhibitionismus und unserer Eitelkeit freien Lauf lassen. Schließlich soll ja die „beste Freundin“ schon wenigstens ein bisschen neidisch werden, wenn sie die Partyfotos mit der teuren Wohnungseinrichtung oder das neue Auto mit komplettem Nummernschild auf Facebook sieht.

Gaanz anders sieht es da schon aus, wenn auf meiner AOK-karte Daten von meinen Diagnosen, Medikamentenallergien oder Blutwerten stehen. Diese könnten ja dem Notarzt durchaus hilfreich sein, wenn ich nach einem brutalen Überfall verblutend im Berliner U-Bahnhof liege. Aber bitte nicht doch!!! Diese persönlichen Daten könnten ja in die Hände meines Arbeitgebers oder eines Finanz- oder BKA-Beamten fallen, welcher mich dann damit erpresst oder diskriminiert. Das geht natürlich überhaupt nicht!! Also lieber verblute ich auf dem Bürgersteig, weil der Notarzt erst irgendwo Akteneinsicht beantragen muss, um zu wissen, ob er mich behandeln darf, oder nicht. Im Übrigen, meine Schufa ohne meine Einwilligung zu ziehen, ob ich denn die Arztrechnung auch bezahlen kann, ist ja dann wieder weit aus weniger problematisch. Das verkürzt die Rettungszeit wenigstens etwas.

Ach ja und noch was! Ich setzte mich natürlich auch dafür ein, dass die Überwachungskameras im U-Bahnhof abgeschraubt wurden. Diese hätten den Täter zwar vielleicht abgeschreckt bei seiner Überführung helfen können. Aber den Anblick einer Überwachungskameraaufnahme, wie mir nachts am Bahnsteig der Schädel eingetreten wird, möchte ich meinem zukünftigen Enkelkind dann im Internet doch wirklich nicht zumuten. ….so ohne meine Einwilligung zur Veröffentlichung.

„Tante Marianne“ Birthler geht und kritisiert mich

Der FOCUS schreibt heute: „Die scheidende Chefin der Stasiunterlagenbehörde, Marianne Birthler, hat ihren letzten Tätigkeitsbericht vorgelegt. Sie kritisiert….dass sich „Verantwortungsträger und Profiteure der SED-Diktatur immer wieder öffentlich und penetrant zu Wort“ meldeten … „Vielen ehemaligen Tätern ist offenbar, so interpretiere ich das, die kritische Auseinandersetzung mit der DDR unerträglich“, sagte Birthler. „

Ja, ich fühle mich ertappt.
Nun war ich 1989 erst 15, aber JA ich war definitiv ein direkter Profiteur der SED-Diktatur. Ich hatte eine friedliche Kindheit ohne Armut und Existenzangst, kostenlose Schule und medizinische Versorgung und BLA BLA BLA, das kennen wir ja alles schon. Aber mal im Ernst! Liebe Tante Marianne, wenn sich Leute, die nun eben mal NICHT unter dem unmenschlichen DDR-Regime gelitten haben, „zu Wort melden“ dann nennt man das Meinungsfreiheit und Demokratie. Erinnerst Du Dich? Das war das, wofür Ihr damals vor 20 Jahren auf der Mauer getanzt habt. Aber naja, (wie ich mal irgendwo gelesen habe), politische Meinung ist eben wie ein Furz. Der eigene ist ganz OK, jedoch andere sind eben sehr unangenehm. Aber damit muss man einfach heute klar kommen! Und ich habe den Eindruck, wir „ewig gestrigen“ kriegen das besser hin als Du.

Ich für meinen Teil, liebe Tante Marianne, bin weder in irgend einer Partei, die 40 Jahre den Sozialismus mit organisiert hat, noch bin ich kritiklos links. Und doch engagiere ich mich ganz bewusst politisch für Menschen, die in diesem abgewickelten Land ehrlich gelebt und fleißig gearbeitet haben, Menschen, die bis heute – auch unter den widrigsten Umständen – zu ihren Prinzipien und humanistischen Werten stehen und die mit ihrer Besonnenheit und ja: MENSCHLICHKEIT im Herbst 1989 dafür gesorgt haben, dass weder in deinen schicken Büroräumen in der Normannenstraße noch in der ganzen damaligen DDR ein Blutbad angerichtet wurde.

Es waren nämlich auf beiden Seiten MENSCHEN, die damals wie- und aus welchen Beweggründen auch immer – gehandelt oder auch nicht gehandelt haben. Und wie heute mit ihnen und ihrer Geschichte, ihrer Meinung und ihrem Leben umgegangen wird, ist Beweis für eine Intolleranz und Gesinnungsdiktatur in dieser Gesellschaft, wie sie der, welche Ihr damals zu Recht bekämpft habt, in nichts nachsteht.

Nun trotzdem wünsche ich Dir und Deiner Behörde für die Zukunft alles Gute und viel Erfolg. Zum Beispiel bei der Aufarbeitung der Geschichte des BND oder der Klärung der Beziehungen von Westdeutschen Politikern zum MfS oder gar zur Politik VOR 1945 sollten die Akten bestimmt noch sehr von Nutzen sein.

Aber eine Frage zum Abschied habe ich noch zu dem wahnsinnigen, offensichtlich auch noch 2011 immer größer werdenden Andrang bei den Anträgen auf Stasiakteneinsicht: 2009 besuchte Frau Merkel die BStU. Ein schöner Artikel dazu ist auf der Behörden-Website zu finden. Darin heisst es: Seit 1992 haben mehr als 2,5 Millionen Menschen einen Antrag auf persönliche Akteneinsicht gestellt.

Im heutigen FOCUS-Artikel heisst es nun: Insgesamt stellten seit Inkrafttreten des Stasi-Unterlagen-Gesetzes im Dezember 1991 (also sogar ein Jahr vorher!) rund 1,8 Millionen Menschen einen Antrag auf Akteneinsicht, manche davon (!!!) mehrfach.“ Wo sind die denn auf einmal alle hin??

Wie geht das denn? Auf die ganze Zahlenspielerei hatte ich mich letztes Jahr schon mal in einem kleinen Artikel eingelassen: http://www.heimat-ddr.de/sites/Wieviele_Menschen_stellten_Antrag_auf_Stasi_Akteneinsicht.htm

Aber lassen wir das ganze Gezänk um Zahlen. Wichtig ist vielleicht nur die Grafik am Ende meines damaligen Beitrages.

Anträge auf Stasiakteneinsicht bis 2009

Siehste! Und irgendwo in dem viel größeren roten Feld bin ich.

Ja, ich weiss selbst, dass es ein Glück ist, dass es mir gut ging! Aber Du hast verdammt nochmal zu respektieren, dass ich mich nicht jeden Tag dafür entschuldige, und dass ich kein TÄTER bin.

Alte Zeiten …

Mal gestöbert in alten Zeiten und alten Aufnahmen und Sachen gefunden, mit denen ich mit 23 so meine Zeit verbracht hab.

Freitag ist Putztag

Heute habe ich mal einen großen Putztag eingelegt. Nein, bei mir ist es wirklich dermaßen dreckig, dass die Stadtreinigung schon angerufen hat, ich solle doch bitte die Schuhe wechseln, wenn ich raus komme. Wie ist das denn nun eigentlich wirklich? Putzen Singles nun mehr als andere, weil sie Ablenkung von ihrer Einsamkeit suchen, oder putzen sie weniger, weil sie viel mehr mit Party, Arbeit und dem Leben beschäftigt sind? Ich werds rauskriegen mit der Zeit.

War die DDR wirklich pleite ? Zur Widerlegung einer immer wieder gebrauchten Lüge

Von Klaus Blessing, Vizepräsident des OKV e.V.

Quelle: www.gbmev.de

Wenn in der Diskussion über die DDR die Argumente ausgehen, werden nicht nur Diktatur, Mauer und »Stasi-Staat« aus der Retorte gelassen, auch die Behauptung »Die DDR war absolut pleite« ist eine vorherrschende Aussage. Ob NATO-General, Theologe, Pfarrer, Mediziner, Naturwissenschaftler, Rechtsanwalt, Philosoph oder Journalist – Menschen, die nie den geringsten Einblick in die Wirtschaft der DDR hatten, wissen es ganz genau und beziehen sich auf ein authentisches Material: Die »Analyse der ökonomischen Lage der DDR mit Schlußfolgerungen«, von den leitenden DDR-Wirtschaftsfunktionären Gerhard Schürer, damals Chef der Plankommission, Gerhard Beil, Alexander Schalck, Ernst Höfner und Arno Donda am 27. Oktober 1989 vorgelegt.

Zur Verschuldung im nichtsozialistischen Wirtschaftsgebiet (NSW) hieß es dort: »Die Verschuldung im nichtsozialistischen Wirtschaftsgebiet ist seit dem VIII. Parteitag (der SED 1971, dem ersten nach dem Machtantritt Erich Honeckers – d. Red.) gegenwärtig auf eine Höhe gestiegen, die die Zahlungsfähigkeit der DDR in Frage stellt. …

Die Konsequenzen der unmittelbar bevorstehenden Zahlungsunfähigkeit wäre ein Moratorium (Umschuldung), bei der der Internationale Währungsfonds bestimmen würde, was in der DDR zu geschehen hat. Solche Auflagen setzen Untersuchungen des IWF in den betreffenden Ländern zu Fragen der Kostenentwicklung, der Geldstabilität u. ä. voraus. Sie sind mit der Forderung auf den Verzicht des Staates, in die Wirtschaft einzugreifen, der Reprivatisierung von Unternehmen, der Einschränkung der Subventionen mit dem Ziel, sie gänzlich abzuschaffen, den Verzicht des Staates, die Importpolitik zu bestimmen, verbunden. Es ist notwendig, alles zu tun, damit dieser Weg vermieden wird.«

Appell
Um letzteres ging es. Das »Schürer-Papier« war keine Bankrotterklärung, sondern ein leidenschaftlicher Appell der Verfasser an die neue Partei- und Staatsführung nach dem Rücktritt Erich Honeckers am 18. Oktober 1989 – sein Nachfolger Egon Krenz hatte das Material in Auftrag gegeben -, Auswege zu finden. Die Verfasser schlugen schmerzhafte Lösungen vor.

Aus heutiger Sicht, in Kenntnis vieler Zusammenhänge, war das Material objektiv und subjektiv nicht korrekt. Die Verfasser des Papiers wollten Druck auf die neue Führung in der DDR ausüben, sowohl innen- wie außenpolitisch. Bekannt ist, daß Egon Krenz dieses Material auch bei seinem »Antrittsbesuch« bei Michail Gorbatschow am 1. November 1989 nutzte, was diesen nach Krenz’ Darstellung in seinem Buch »Herbst ´89« zu folgenden Äußerungen veranlasste: »Wir sind über eure ökonomische Lage auch durch unsere Beziehungen zur BRD informiert. … Ich habe mich jedoch gefragt, warum wird die Sowjetunion ständig in so aufdringlicher Weise mit den Erfolgen der DDR traktiert? … Einmal habe ich versucht, mit Genossen
Honecker über die Verschuldung der DDR zu sprechen. Er hat dies schroff zurückgewiesen. … Ich bin überzeugt, wenn er nicht so blind gewesen wäre, … dann hätte es eine andere Entwicklung geben können.«

Im November 1989 war es dafür offenkundig zu spät.

Unkorrekt war das Material zumindest in zweierlei Hinsicht: Die Bezugnahme auf den VIII. Parteitag erweckt den Eindruck, daß die dort beschlossene Sozialpolitik alleinige Ursache der Verschuldung war. Das trifft so nicht zu.

Zum anderen war die Lage der DDR nicht so dramatisch, wie im Material dargestellt. Mitverfasser Alexander Schalck war damals offensichtlich nicht bereit oder in der Lage, die beträchtlichen Guthaben des weit verzweigten Bereiches Kommerzielle Koordinierung offen zulegen. Dann hätte sich die Situation der DDR wesentlich entspannter dargestellt. Der genannte Schürer- Bericht wies »Schulden« gegenüber dem NSW in Höhe von 49 Milliarden Valutamark (das entsprach 26 Milliarden US-Dollar) für Ende 1989 aus. Unter Berücksichtigung aller Guthaben wies die Deutsche Bundesbank in einem Abschlußbericht von 1999 demgegenüber »nur noch« eine DDR- Nettoverschuldung von 19,9 Milliarden Valutamark (umgerechnet 12 Milliarden US-Dollar) aus, also weniger als die Hälfte.

Berechnungen
Eine reale Einschätzung der NSW-Verschuldung durch die Verantwortlichen hätte den Ostdeutschen manches ersparen können. Die DDR-Wirtschaft hätte nicht um jeden Preis exportieren, also z. B. hochwertige Konsumgüter wie Fernsehapparate, Radios, Kühlschränke, Möbel, Teppiche, Bekleidung zu Niedrigstpreisen an westdeutsche Handelsketten verschleudern müssen. Die Versorgung der DDR-Bevölkerung wäre spürbar zu verbessern gewesen.

Die Auslandsverschuldung der DDR entsprach 1989 real 760 US-Dollar je Einwohner der DDR. Im Vergleich zur heutigen Auslandsverschuldung vieler kapitalistischer Entwicklungsländer, vom Schuldenweltmeister USA ganz zu schweigen, war das eine beherrschbare Größe. Das Schicksal der Entwicklungsländer zeigt allerdings auch, was die DDR-Führung verhindern wollte. Diese Staaten werden durch politische und ökonomische Diktate in immer wiederkehrende Krisen und den Ruin getrieben. Daß es letztlich mit der Einverleibung der DDR durch die BRD, der kompletten Übertragung des kapitalistischen Gesellschaftssystems, dem Raub des Volkseigentums und der kolonialen Ausplünderung der DDR durch westdeutsche Konzerne noch viel schlimmer kam, war damals noch nicht vorhersehbar.

Um die Gesamtverschuldung der DDR (In- und Ausland) ranken sich Legenden und viele unterschiedliche Aussagen. Der westdeutsche Historiker Arno Peters nannte in Neues Deutschland (ND) vom 25. Juni 1994 eine Gesamtschuld von 25 Milliarden DM, was einer Pro-Kopf-Belastung der DDR- Bevölkerung von 1569 DM entsprach. Schürer sprach in seinen Erinnerungen 1996 von 6000 Mark pro Kopf, sein Stellvertreter Siegfried Wenzel 2006 in seinem Buch »Was war die DDR wert?« von 3625 DM. Letzteres ist aufgrund eigener Berechnungen auch meine Auffassung.

Auf jeden Fall lagen die Schulden der DDR wesentlich unter den heute nach den Maastricht- Kriterien zulässigen Größen der EU-Mitgliedsstaaten. 60 Prozent des Bruttoinlandsproduktes hätten 1989 in der DDR eine Staatsverschuldung von 7590 DM zugelassen. Die Schulden der BRD betrugen zu diesem Zeitpunkt bereits 14900 DM je Bundesbürger. Bis heute sind sie – umgerechnet in DM – auf über 34000 DM, bezogen auf die höhere Bevölkerungszahl seit 1990, gestiegen. Berücksichtigt man des weiteren, daß nach den von mir und anderen in dem Buch »Die Schulden des Westens« veröffentlichten Berechnungen von 1949 bis 2000 mindestens sieben Billionen DM aus dem Osten Deutschlands heraus gepresst wurden, beantwortet sich die Frage, wer auf wessen Kosten gelebt hat und weiter lebt, von selbst.

Selbst Politiker der BRD kommen nicht umhin, dieser Tatsache Rechnung zu tragen. Kurt Biedenkopf meinte im ND vom 2./3. Dezember 1989: »Mir geht es darum, deutlich zu machen, wenn wir jetzt der DDR Ressourcen zur Verfügung stellen, das nicht unter der Überschrift >Hilfe< oder sogar >altruistische Hilfe< subsumieren können, sondern daß es für uns eine Verpflichtung gibt.« Er betont weiter, daß es sich für die Bundesrepublik in diesem Falle gewissermaßen um »eingespartes Kapital« handelt, »mit dem wir ja arbeiten konnten. Und dieses Treugut muß man natürlich zurückgeben.«

Bundespräsident Horst Köhler, für den der Osten Deutschlands ansonsten nur ein durch die SED-Diktatur unterdrücktes, gleichgeschaltetes, militarisiertes und abgeschottetes Territorium war, erklärte anläßlich des 60. Jahrestages des Ende des Zweiten Weltkrieges vor dem Deutschen Bundestag: »Ostdeutschland verlor immer mehr Lebenskraft und Kreativität an die Bundesrepublik, und das trug zu deren Blüte erheblich bei … Westdeutschland hatte es viel leichter – auch, weil es vergleichsweise weniger Reparationen leisten mußte und mehr Aufbauhilfe bekam.«

Um es im Klartext zu sagen: Nicht die DDR, sondern die BRD lebte und lebt über ihre Verhältnisse. Die Legende von der »Pleite der DDR« ist eine Verleumdung. Jemand ist »pleite«, wenn er seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Die DDR hat aber bis zum letzten Tag ihrer staatlichen Existenz alle Zahlungsverpflichtungen im Ausland und im Inland in Form von Löhnen, Renten und Stipendien erfüllt. Mit der Pleitendebatte soll von der finanziellen, sozialen und politischen Pleite in der heutigen Bundesrepublik abgelenkt werden.

Unser Autor war u. a. Staatssekretär im DDR-Ministerium für Erzbergbau, Metallurgie und Kali. Gemeinsam mit Eckart Damm und Matthias Werner gab er 2005 das Buch Die Schulden des Westens: Was hat die DDR zum Wohlstand der BRD beigetragen?
heraus.

„Die Westmedien haben die DDR doch schöngeschrieben“

Interessantes Interview in der Sächsischen Zeitung vom 16.8.2010:

Der letzte DDR-Innenminister Peter-Michael Diestel ist unter die Buchautoren gegangen und erinnert sich in “ Diestel Aus dem Leben eines Taugenichts? Mit farbigen Bildteil an die DDR und an Wende-Zeiten.

Online seit 2000

Im Jahr 1999 fing alles an. Nach einer existenziellen Bruchlandung und dem damit verbundenen Lehrgeld blieb mir nichts weiter, als ein altersschwacher PC und ein Online-Anschluss. Damals entdeckte ich das Internet, und mich fesselten seine Möglichkeiten, Ideen zu verwirklichen und auch seine Gefahren und Abgründe. Seitdem bin ich fast ununterbrochen online. Meine in den vergangenen 10 Jahren gesammelten Erfahrungen helfen heute mir und meinen Kunden, von den Potentialen des www. zu profitieren.

Ja, eine politische Meinung gehört auch zur Demokratie!

Ok, vor 20 Jahren seid ihr aufgebrochen, um „Demokratie zu leben und zu gestalten“. Aber viele haben in der Zwischenzeit vergessen, dass Demokratie auch bedeuten kann- ja bedeuten MUSS, dass jemand mal anderer Meinung ist, als es in den offiziellen Zeitungen und Büchern vorgeschrieben steht. Nun, ich betrachte es als meine Pflicht in einer demokratischen Gesellschaft, mich politisch zu äußern und meine Meinung zu vertreten. Hierbei ist Fairness und Respekt vor der Meinung und Erfahrung des politisch ANDERSDENKENDEN unerlässlich.

Endlich ein Blog

Nun bin ich also wirklich effektiv fast 10 Jahre online, und endlich habe ich auch mal so ein BLOG. Wirklich ein „erhebendes Gefühl“. Oder? Na ich weiss nicht, jedenfalls bedeutet es, dass ich nun fast jeden Tag hier was schreiben muss. Jeden Tag! Egal, ob mir was sinnvolles einfällt oder nicht! Egal, ob das jemanden interessiert, oder nicht.! Auf dass die Server dieser Welt gefüllt werden! Naja gehen wir s mal ruhig an.

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